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An den Ufern des Nil

Info, Geschichte • 12.03.2026 • 18:35 - 19:20
Die traditionell arbeitenden koptischen Weberinnen von Nakada werden zunehmend von Maschinen verdrängt.
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Der Pferdetrainer Gaber Ahmed Abdel Galiel übt mit seiner Schülerin im flachen Nilwasser, weil sie Angst hat herunterzufallen.
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Das tägliche „"Sonnenbrot“", das Senab Ragab und ihre Mutter Shefa backen, ersetzt der Ragab-Familie Reis und Kartoffeln.
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Maler Gamal Latif in Luxor: Der Autodidakt Gamal Latif malt Motive des traditionellen Lebens der Nubier.
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2016
Info, Geschichte
Über Jahrtausende hat der Nil das Schicksal Ägyptens geprägt. Sein alljährlich wiederkehrendes Hochwasser überflutete das Land und machte es mit seinem Schlamm fruchtbar. Erst der Bau des Assuan-Staudamms machte den Fluss berechenbar, hält aber auch den natürlichen Dünger Flussschlamm von den Feldern fern. Dadurch sind neue Abhängigkeiten entstanden. Die Näherin Senab wehrt sich mit Fantasie und Kreativität gegen die Diskriminierung als alleinerziehende Mutter. Sie wurde zum Vorbild für notleidende Frauen, die sonst keine Chance zum Überleben hätten. Als Kunstmaler bewahrt Gamal in seinen naiven Gemälden die Kultur der Nubier, die einst wegen des Staudammbaus umgesiedelt wurden. In Naqada stellen Töpfereien seit 5.000 Jahren das gleiche Produkt aus Nilschlamm her. Die Nachfrage ist groß, denn die speziellen Wasserkrüge aus Ton sind durch Plastik nicht zu ersetzen. Die koptischen Weber hingegen finden kaum noch Käufer für ihre handgefertigten Textilien, weil die maschinelle Billigkonkurrenz erdrückend ist. Der Besitzer einer Zuckerrohrpresse hat eine Vermarktungsnische für sein traditionelles Produkt gefunden. Er bietet es als naturbelassenes Heilmittel unter einem Öko-Siegel an. Doch überall am großen Strom sind die Lebensgrundlagen durch das Ausbleiben zahlungskräftiger Touristen und den rücksichtslosen Umgang mit der Natur bedroht.